Fachgerechte Zahnbehandlungen bei Pferden

Pferde sind Pflanzenfresser und benötigen deshalb, anders als z.B. Menschen oder auch Fleischfresser, ein Gebiß, mit dem sie die pflanzlichen Fasern zermahlen können. Eine besonders breite und rauhe Kaufläche, sowie eine Zahnsubstanz, die sich nur langsam bis zum Lebensende abnutzt, bzw. kontinuierlich nachgeschoben wird, sind von Vorteil.
Bei Pferden aller Altersgruppen, vom Jungpferd im Zahnwechsel (am besten vor dem Einreiten) bis zum Senior und bei Pferden aller Nutzungsbestimmung vom Turnierpferd bis zum Freizeitpferd, Zuchtstute oder Beistellpony sollten in regelmäßigen Abständen, d.h. ca. 1x jährlich die Zähne kontrolliert werden. Bei Bestehenden Zahnstellungsfehlern oder fehlenden Zähnen, können diese Abstände auch kürzer sein.

• Schlechte Futteraufnahme
• Abmagerung
• Rittigkeitsprobleme, bzw. Probleme in der Anlehnung
• Nasenausfluß
• Geruch aus Nüstern und Mund
• Schwellungen im Kopfbereich

können Hinweise auf die Notwendigkeit einer anstehenden Zahnbehandlung sein. Pferde zeigen „Zahnschmerzen“ sehr unterschiedlich an. Ein Pferd, dass äußerlich keine erkennbaren Symptome dieser Art anzeigt, kann dennoch hochgradige, behandlungsbedürftige Zahnbefunde aufweisen. Selbst gebrochene Zähne oder Verletzungen der Wangeninnenseite durch spitze Zahnkanten können lange Zeit unbemerkt bleiben.

Eine fachgerechte Zahnbehandlung in unserem Sinne beinhaltet

• eine genaue Aufnahme des Vorberichts, wann treten welche Probleme auf!
  Wie lange liegt die letzte Zahnbehandlung zurück?
• eine möglichst streßfreie, sichere und effektive Behandlung am sedierten Pferd
• zahnschonende Bearbeitung der Zähne durch den entsprechenden Einsatz von Equipment und zahnmedizinischem     
  Know how.
• Beurteilung von Zahnbefunden unter Berücksichtigung des gesamten Patienten Pferd und nicht nur der Zähne,
  z.B. Zahnprobleme im Zusammenhang mit Stoffwechselerkrankungen, Anlehnungsprobleme im Zusammenhang mit      Lahmheiten.
• Abklärung pathologischer Befunde durch weiterführende Diagnostik wie z.B. Röntgen.

Regelmäßige Zahnkontrollen gehören wie Impfungen und Wurmkuren zu den Routinemaßnahmen, die zum Wohlergehen des Pferdes beitragen. Präventive Untersuchungen, wie beim Menschen auch, sollen verhindern, dass schwerwiegendere Probleme entstehen.

 Jede Gebissbehandlung hat neben der Erhebung des Vorberichtes und der Allgemeinuntersuchung die eingehende Untersuchung des Kopfes, der Maulhöhle, der Kiefergelenke und der umliegenden Strukturen zur Grundlage. Unsere Pferde nehmen zwar beim Zahnarzt nicht im Behandlungssessel Platz. Aber der Untersuchungsstand, die Möglichkeit den Kopf in einer Aufhängevorrichtung anzuheben und die Verwendung eines Vollgatters zur Öffnung der Maulhöhle kommen dem schon nahe. Um unnötigen Stress zu vermeiden, erhalten die Pferde eine Beruhigungsspritze (Sedierung). Die Maulhöhle wird gründlich mit Wasser ausgespült und Futterreste werden entfernt. Der Untersucher trägt eine starke, fokussierte Kopfbandleuchte und bedient sich eines Zahnspiegels. Dies ermöglicht eine Befunderhebung bis zum letzten Backenzahn ohne unnötigen Stress für das Pferd. Scharfe Kanten an den Backenzähnen, Haken- und Rampenbildung, Meißelzahnbildung, Wellengebiss- und Scherengebissbildung ... stellen Indikationen zur Gebissbehandlung dar. Die Gebisssanierung erfolgt durch Raspeln oder geeignete Schleifmaßnahmen mit Handraspeln und/oder maschinell mit modernen von einer flexiblen Welle betriebenen Schleifinstrumenten. In einzelnen Fällen kann auch eine Bearbeitung der Schneidezähne notwendig sein. Einen Sonderfall stellt die Behandlung von Pferden mit schmerzhaften "Zahnlücken" (Diastasen) zwischen den Backenzähnen dar. Um zu entscheiden, welche Behandlung durchgeführt werden soll, bedarf es einer gründlichen Untersuchung. Wegen der Schmerzhaftigkeit sollte das Pferd gut sediert werden. Mit dem Untersuchungsspiegel und der Untersuchungssonde kann ein ersten Eindruck über die Tiefe und das Ausmaß der Paradontalerkrankung gewonnen werden. 
Zahnextraktionen (Backenzähne, Schneidezähne, Hengstzähne und Wolfszähne - falls notwendig) erfolgen nach Möglichkeit immer am stehenden, sediertem Pferd über die Maulhöhle. Dieses schonende Verfahren stellt die Methode der Wahl dar. Neben dem geeigneten Instrumentarium und dem Beherrschen der unterschiedlichen Techniken zur örtlichen Betäubung sind Ruhe und Zeit Grundvoraussetzung für einen komplikationslosem Verlauf. In Ausnahmefällen kann es auch notwendig sein, Zahnextraktionen in Allgemeinnarkose durchzuführen hier werden Sie an eine Klinik

überwiesen.
 

Wir führen Zahnbehandlungen bei Ihnen zu Hause am Stall und bei uns in der Praxis durch.